Samstag, 17. Oktober 2009
Das erstemal mit einem Bogen
Zufällig war heute noch eine Verstärkeranlage da. Also Lautsprecherboxen auf den Subwoofer gestellt, angeschlossen, Strom drauf. Dann Kabel in die Violine, anderes Ende in den Verstärker. Klingt wie eine Gitarre :-) Endlose Minuten ziehen sich, bis durch mehr oder weniger sensibles Zupfen und Betrachten des Stimmgerätzeigers eine ungefähre Stimmung hergestellt ist. Meine ich dass nur oder hält diese Stimmung nicht lange? Meine Ohren hören so etwas ähnliches wie Quinten. Die Bedienungsanleitung schreibt, dass die linke Saite bzw. die dickste, ein kleines g ist, dann kommt ein d1, ein a1 und schließlich ein e2. Naja...die Praxis klingt nun irgendwie ähnlich. Die Schulterstütze mitsamt dem Rest der Violine habe ich nun noch tiefer am Kinn als am Vortag, jetzt kann ich durch Augen verdrehen sogar das Griffbrett sehen. Nun kommts! Der Bogen wird gespannt, so dass mein kleiner Finger in der Mitte fast berührungslos zwischen den "Steg" (oder so ähnlich) und die "Haare" passt. Das ist mir auch nicht klar. Darf der kleine Finger nun die Teile berühren oder muss da noch ein Hauch Luft dazwischen sein?
Kollophonium auf den Bogen...am Anfang reichlich davon hat mir Sue gesagt...also eine Zeit lang den Bogen über das Kollophonium geschabt. Wie fest muss ich denn diesen Bogen auf das Kollophonium drücken? Egal, einfach mal hin und her und hin und her...dann den Bogen auf die tiefste Geigensaite gelegt und geschoben...mmmhhh...ein Geräusch ist zu vernehmen. Nun den Bogen gezogen...wieder ein Geräusch. Freude!
Das erste Geräusch ist da! Hurrah! Fortschritt!
Dann kreiseln die Gedanken im Kopf, ob ich den Bogen mit seinem Eigengewicht auf die Saiten lege oder nicht. Ist das zuviel oder zuwenig oder gerade richtig? Komplex! Ich vermute ja, dass mit dem "Wie fest soll der Bogen auf die Saite gedrückt werden" muss sich jede Millisekunde ändern, oder auch nicht?
Nun die nächst dünnere Saite mit dem Bogen angepeilt.
Klappt nicht, ich erwische zwei Saiten gleichzeitig. Cool! Zweistimmig im quintähnlichen Abstand. Ob Paganini dass auch bei seinen ersten Versuchen schon geschafft hat? Oder ob dass der typischste der typischsten Anfängersounds ist. Keine Ahnung...heimlich vermute ich allerdings eher die Anfängersoundvariante.
Jetzt klappts. Wieder ein Geräusch, diesmal tonähnlicher. Die nächste Saite und dann schließlich die höchste Saite. Ich hatte mal gesehen, wie Geiger den Bogen in die Höhe stoßen und dann von der Saite lösen. Hab ich auch grad probiert. Sieht enorm cool aus! Schade, dass niemand mit einem Fotoapparat da ist.
Puuhh! Erste tonähnliche Geräusche hergestellt. Stolz!

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